Für Sie im Stadtrat

Karl-Martin Wöhner
Dipl-Ingenieur (FH), Laborleiter
Auerbergweg 15
89231 Neu-Ulm Ludwigsfeld
Tel.: 07 31 / 8 83 25
Fax: 07 31 / 8 83 24
E-Mail: karl-martin.woehner@spd-nu.de

Gerd Hölzel
Rechtsanwalt
Rubihornweg 5
89231 Neu-Ulm Ludwigsfeld
Tel.: 07 31 / 8 45 48
Fax: 07 31 / 72 35 70
E-Mail: gerd.hoelzel@spd-nu.de

stv. Fraktionsvorsitzender

Ulrich Seitz
Dipl.Verw.-wirt(FH)
Neu-Ulm Gerlenhofen
Tel.: 0 73 07 / 73 33
Fax: 0 73 07 / 73 33
E-Mail: ulrich.seitz@spd-nu.de

Stelv. Fraktionsvorsitzender

Erich Krnavek
Bundesbeamter
Alpspitzweg 20
Neu-Ulm Ludwigsfeld
Tel.: 07 31 / 8 48 76
Fax: 07 31 / 9 80 78 77
E-Mail: erich.krnavek@spd-nu.de

Susanne Knecht Fraktionsschriftführerin

Zugang Naherholungsanlage Pfuhl endlich barierrefrei!

Der Zugang Naherholungsanlage Pfuhl ist nun endlich barierrefrei. Auf Antrag von SPD Stadtrat Alfred Westermayer wurde dies nun von der Stadtverwaltung Neu-Ulm umgestzt. Danke an alle die hier mitgewirkt haben.

Alfred Westermayer Stadtrat

Prüfantrag barrierefreier Zugang zu Neu-Ulm Wahllokale

Erich Krnavek möchte die Barriefreiheit prüfen lassen!

Aufgrund einer Ortsbegehung in Ludwigsfeld mit dem VdK Ludwigsfeld wurde festgestellt, dass es nicht immer einfach ist für ältere und behinderte Menschen zu Wahllokalen zu gelangen.

Volkstrauertag 2016

Rede von Ulrich Seitz, Stadtrat und Vorsitzender des Historischen Vereins Neu-Ulm am 12.11.2016 in Gerlenhofen -

Volkstrauertag, - ein Trauertag - mit dem immer schwerer umzugehen ist! Und weil das so ist, danke ich Ihnen zunächst für Ihr Kommen, Ihr Dabeisein, Ihre Mitwirkung, hier vor dem Ehrenmal für die Toten zweier Weltkriege auf unserem Ortsfriedhof in Gerlenhofen. Guten Abend zusammen.

Ich spreche vom Umgehen mit dem Feiertag hier am Ort. Die äußeren Umstände haben sich drastisch verschlechtert. Fand die Gedenkfeier früher im Umfeld des sonntäglichen Vormittagsgottesdienstes statt, so finden wir uns heute an einem zwar dunklen, aber trotzdem frühen Samstagabend wieder. Wir finden uns zu einer Zeit, wo in den Zentren noch der Einzelhandel brummt und berufstätige Eigentümer anfangen von Haus und Gartenarbeit Feierabend zu machen. Früher gehörte der Sonntag dem Gedenken. Heute wird das, warum auch immer, hier in Gerlenhofen zur Seite gerückt, den Gedenkgottesdienst eingeschlossen. Dies ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung!

Wenn dann die Zahl der Teilnehmer an unserer Feier bei der der Mitwirkenden liegt, dann stellt sich die Sinnfrage. Warum machen wir das noch? Nur wegen eines staatlich verordneten Gedenktags? Oder, weil es halt Tradition ist. Gedenken, soldatisch geprägt, gab es schon immer, riss doch der Krieg über Jahrtausende unzählige Menschen in Not, Leid und Tod.

"Der Krieg ist der Vater aller Dinge und der König aller. Die einen macht er zu Göttern, die Anderen zu Menschen, die einen zu Sklaven, die Andern zu Freien". Von Heraklid von Ephesos ist diese Feststellung aus der Zeit um 500 v. Chr. überliefert. Ein Blick auf die Neu-Ulmer Stadtgeschichte könnte Heraklid Recht geben.

Ein militarstrategisch geleiteter Federstrich der Könige von Württemberg und Bayern, gelenkt von Napoleons Hand (1810), die Bundesfestung als Stadtmauer (1859), die Königlich Bayerische Garnison siegreich 1870/71 gegen den Erzfeind Frankreich und dann die totale Symbiose zwischen Bürgertum und Militär bis zum Untergang 1918. Und dann - das Ganze noch einmal - quasi im Zeitraffer: 1933 - 1945. Mit dem bittersten Ende auch am Ort. Werteverlust, Zerstörung, Tod und Not. Über 80 % Gebäudeverlust in der Innenstadt. Als Volk letztlich selbst verschuldet. Die ersten Angriffe auf zivile Ziele flog die Deutsche Luftwaffe auf Polen.

Weshalb diese Betrachtung heute? Sie führt zum Kern des Trauertags: Nur die dem Nato-Doppelbeschluss folgende Abrüstung hat verhindert, dass Neu-Ulm wegen der hier stationierten Pershing-Atomraketen, Erstschlagsziel in einem III. Weltkrieg geworden wäre. Wir alle wären verglüht, verdampft. Wir hätten das Glück gehabt, sofort tot zu sein, dem Siechtum und dem Strahlenkrebs entkommen.

Dankbarkeit ist das Eine, - Wachsamkeit und Verantwortung das Andere. Weil uns die Toten, die Opfer von Verfolgung, Krieg und Vertreibung, von Ausgrenzung und gezielter Vernichtung, mahnen und dies alles aktuell gar nicht so weit weg ist, zeitlich wie geographisch, ist der Volkstrauertag richtig und unverändert wichtig. Es kommen Menschen zu uns, die Gewalt, Flucht und Vertreibung unmittelbar erfahren. Was beispielhaft im Nahen Osten geschieht und geschehen ist, dass führt zu menschlichen Schicksalen, die wir auch in den Biografien unserer nationalen Geschichte wiederfinden. Die Barbarei gegen Kultur und Menschlichkeit hat sich nicht verändert. So zählt noch immer Massenvergewaltigung zu den Mitteln der Kriegsführung. Lernt die Menschheit nie dazu? Sollen wir aufgeben, weil es doch nichts nützt? Nein!

Unsere An- und Teilnahme an einer solchen Feier ist eine Demonstration, muss immer mehr zu einer klaren Demonstration für die Werte werden, die ein erfülltes Leben erst ermöglichen: Frieden, Rechtsstaatlichkeit und gesamtgesellschaftliche Solidarität!

Dieses zivilgesellschaftliche gemeinsame Ziel zwingt uns auch nächstes Jahr wieder hier zu stehen. Dazwischen sind wir alle gefordert, Mann und Frau, wo immer wir gerade sind, gefordert, die Lehren aus der Vergangenheit aufzunehmen und Schlüsse zu ziehen. Bringen wir uns immer wieder ein in eine Gesellschaft, die wachen Auges und mit offenem Herzen sich den Herausforderungen der Zukunft stellt! Lassen wir uns auf Menschlichkeit ein, in Erinnerung an unsere Toten. Sie mögen in Frieden ruhen!

Ulrich Seitz