Für Sie im Stadtrat

Fraktionsvorsitzende

Edisonallee 27
D-89231 Neu-Ulm
Tel.: +49 731 975 27.0
Fax: +49 731 975 27.20
E-Mail: antje.Esser@ra-esser.de.de

Karl-Martin Wöhner
Dipl-Ingenieur (FH), Laborleiter
Auerbergweg 15
89231 Neu-Ulm Ludwigsfeld
Tel.: 07 31 / 8 83 25
Fax: 07 31 / 8 83 24
E-Mail: karl-martin.woehner@spd-nu.de

Gerd Hölzel
Rechtsanwalt
Rubihornweg 5
89231 Neu-Ulm Ludwigsfeld
Tel.: 07 31 / 8 45 48
Fax: 07 31 / 72 35 70
E-Mail: gerd.hoelzel@spd-nu.de

Alfred Westermayer
Polizeioberinspektor a.D.
Ortsstraße 3
Neu-Ulm Offenhausen
Tel.: 07 31 / 72 23 78
Fax: 07 31 / 9 75 67 57
E-Mail: alfred.westermayer@spd-nu.de

stv. Fraktionsvorsitzender

Ulrich Seitz
Dipl.Verw.-wirt(FH)
Neu-Ulm Gerlenhofen
Tel.: 0 73 07 / 73 33
Fax: 0 73 07 / 73 33
E-Mail: ulrich.seitz@spd-nu.de

Schriftführer in der Fraktion

Erich Krnavek
Bundesbeamter
Alpspitzweg 20
Neu-Ulm Ludwigsfeld
Tel.: 07 31 / 8 48 76
Fax: 07 31 / 9 80 78 77
E-Mail: erich.krnavek@spd-nu.de

Zugang Naherholungsanlage Pfuhl endlich barierrefrei!

Der Zugang Naherholungsanlage Pfuhl ist nun endlich barierrefrei. Auf Antrag von SPD Stadtrat Alfred Westermayer wurde dies nun von der Stadtverwaltung Neu-Ulm umgestzt. Danke an alle die hier mitgewirkt haben.

Alfred Westermayer Stadtrat

Prüfantrag barrierefreier Zugang zu Neu-Ulm Wahllokale

Erich Krnavek möchte die Barriefreiheit prüfen lassen!

Aufgrund einer Ortsbegehung in Ludwigsfeld mit dem VdK Ludwigsfeld wurde festgestellt, dass es nicht immer einfach ist für ältere und behinderte Menschen zu Wahllokalen zu gelangen.

Volkstrauertag 2016

Rede von Ulrich Seitz, Stadtrat und Vorsitzender des Historischen Vereins Neu-Ulm am 12.11.2016 in Gerlenhofen -

Volkstrauertag, - ein Trauertag - mit dem immer schwerer umzugehen ist! Und weil das so ist, danke ich Ihnen zunächst für Ihr Kommen, Ihr Dabeisein, Ihre Mitwirkung, hier vor dem Ehrenmal für die Toten zweier Weltkriege auf unserem Ortsfriedhof in Gerlenhofen. Guten Abend zusammen.

Ich spreche vom Umgehen mit dem Feiertag hier am Ort. Die äußeren Umstände haben sich drastisch verschlechtert. Fand die Gedenkfeier früher im Umfeld des sonntäglichen Vormittagsgottesdienstes statt, so finden wir uns heute an einem zwar dunklen, aber trotzdem frühen Samstagabend wieder. Wir finden uns zu einer Zeit, wo in den Zentren noch der Einzelhandel brummt und berufstätige Eigentümer anfangen von Haus und Gartenarbeit Feierabend zu machen. Früher gehörte der Sonntag dem Gedenken. Heute wird das, warum auch immer, hier in Gerlenhofen zur Seite gerückt, den Gedenkgottesdienst eingeschlossen. Dies ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung!

Wenn dann die Zahl der Teilnehmer an unserer Feier bei der der Mitwirkenden liegt, dann stellt sich die Sinnfrage. Warum machen wir das noch? Nur wegen eines staatlich verordneten Gedenktags? Oder, weil es halt Tradition ist. Gedenken, soldatisch geprägt, gab es schon immer, riss doch der Krieg über Jahrtausende unzählige Menschen in Not, Leid und Tod.

"Der Krieg ist der Vater aller Dinge und der König aller. Die einen macht er zu Göttern, die Anderen zu Menschen, die einen zu Sklaven, die Andern zu Freien". Von Heraklid von Ephesos ist diese Feststellung aus der Zeit um 500 v. Chr. überliefert. Ein Blick auf die Neu-Ulmer Stadtgeschichte könnte Heraklid Recht geben.

Ein militarstrategisch geleiteter Federstrich der Könige von Württemberg und Bayern, gelenkt von Napoleons Hand (1810), die Bundesfestung als Stadtmauer (1859), die Königlich Bayerische Garnison siegreich 1870/71 gegen den Erzfeind Frankreich und dann die totale Symbiose zwischen Bürgertum und Militär bis zum Untergang 1918. Und dann - das Ganze noch einmal - quasi im Zeitraffer: 1933 - 1945. Mit dem bittersten Ende auch am Ort. Werteverlust, Zerstörung, Tod und Not. Über 80 % Gebäudeverlust in der Innenstadt. Als Volk letztlich selbst verschuldet. Die ersten Angriffe auf zivile Ziele flog die Deutsche Luftwaffe auf Polen.

Weshalb diese Betrachtung heute? Sie führt zum Kern des Trauertags: Nur die dem Nato-Doppelbeschluss folgende Abrüstung hat verhindert, dass Neu-Ulm wegen der hier stationierten Pershing-Atomraketen, Erstschlagsziel in einem III. Weltkrieg geworden wäre. Wir alle wären verglüht, verdampft. Wir hätten das Glück gehabt, sofort tot zu sein, dem Siechtum und dem Strahlenkrebs entkommen.

Dankbarkeit ist das Eine, - Wachsamkeit und Verantwortung das Andere. Weil uns die Toten, die Opfer von Verfolgung, Krieg und Vertreibung, von Ausgrenzung und gezielter Vernichtung, mahnen und dies alles aktuell gar nicht so weit weg ist, zeitlich wie geographisch, ist der Volkstrauertag richtig und unverändert wichtig. Es kommen Menschen zu uns, die Gewalt, Flucht und Vertreibung unmittelbar erfahren. Was beispielhaft im Nahen Osten geschieht und geschehen ist, dass führt zu menschlichen Schicksalen, die wir auch in den Biografien unserer nationalen Geschichte wiederfinden. Die Barbarei gegen Kultur und Menschlichkeit hat sich nicht verändert. So zählt noch immer Massenvergewaltigung zu den Mitteln der Kriegsführung. Lernt die Menschheit nie dazu? Sollen wir aufgeben, weil es doch nichts nützt? Nein!

Unsere An- und Teilnahme an einer solchen Feier ist eine Demonstration, muss immer mehr zu einer klaren Demonstration für die Werte werden, die ein erfülltes Leben erst ermöglichen: Frieden, Rechtsstaatlichkeit und gesamtgesellschaftliche Solidarität!

Dieses zivilgesellschaftliche gemeinsame Ziel zwingt uns auch nächstes Jahr wieder hier zu stehen. Dazwischen sind wir alle gefordert, Mann und Frau, wo immer wir gerade sind, gefordert, die Lehren aus der Vergangenheit aufzunehmen und Schlüsse zu ziehen. Bringen wir uns immer wieder ein in eine Gesellschaft, die wachen Auges und mit offenem Herzen sich den Herausforderungen der Zukunft stellt! Lassen wir uns auf Menschlichkeit ein, in Erinnerung an unsere Toten. Sie mögen in Frieden ruhen!

Ulrich Seitz

Volkstrauertag 2016

Rede von Antje Esser, Stadträtin Neu-Ulm am 12.11.2016 in Holzschwang -

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

im Namen der Stadt Neu-Ulm danke ich Ihnen, dass Sie sich heute Morgen die Zeit genommen haben, um gemeinsam den Opfern von Krieg und Gewalt zu gedenken.

Sehr herzlich möchte ich auch den Musikerinnen und Musikern danken sowie allen Helfern, die heute dieses festlichen Rahmen vorbereitet haben und gestalten

Frieden, der Chor hat es gerade gesungen, ist dass, wonach wir uns sehnen und worauf wir hoffen.

Ich habe heute die Ehre, zum 3. Mal an einem Volkstrauertag die Stadt Neu-Ulm vertreten zu dürfen.

Der Volkstrauertag 2014 stand nicht nur im Zeichen des 100. Jahrestags des Beginns des 1. Weltkriegs. Er stand damals gerade auch im Zeichen der Annektion der Krim durch Russland, als der Ukraine-Konflikt einen vorläufigen Höhepunkt erreichte. Plötzlich mussten wir feststellen, dass vermeintlich lokale Konflikte den als so selbstverständlich angenommenen Frieden in Europa nachhaltig bedrohen können.

Der Volkstrauertag 2015 stand im Zeichen der Attentate in Paris. 130 Menschen starben, 350 Menschen wurden verletzt. Ein Angriff auf unsere Gesellschaft, unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung, unsere westlichen Werte. Auch dass ein Angriff auf den Frieden.

Die Welt ist seither nicht friedlicher und sicherer geworden.

Der Volkstrauertag 2016 steht im Zeichen des Wahlsiegs von Donald Trump.

Warum Donald Trump, wo wir doch heute den Opfern gedenken?

In dem Moment des Gedenkens liegt die Erinnerung an die Ursachen zweier mörderischer Kriege und das Versprechen, weitere Katastrophen, Kriege, Unterdrückung und Gewalt nicht mehr zuzulassen.

Was sagen uns der Wahlkampf und das Wahlergebnis in den USA über den Zustand unserer Gesellschaft?

Trump, das mussten wir schon im Wahlkampf erleben, ist der Anführer einer neuen, weltweiten Bewegung des Nationalismus: Demagogen und Populisten, die jenseits aller Wahrheiten und Fakten Minderheiten ausgrenzen, die Sexismus, Diskriminierung, Rassismus hoffähig machen und ihn befeuern.

Es sind die Farages in England, die Orbans in Ungarn, die Szydlos in Polen, die Wilders in den Niederlanden, die Le Pens in Frankreich, die Petrys hier bei uns, Erdogan in der Türkei und Wladimir Putin in Russland, die ihn feiern, die auf ihn hoffen und in ihm den neuen Anführer oder jedenfalls Vertreter sehen, der eben diesen Neo-Nationalismus zu einer weltweiten, bestimmenden politischen Kraft werden lassen soll.

Trump ist kein Einzelfall und kein Unfall. Trump ist überall möglich. Mit offenen Lügen, Anfeindungen, mit Ausgrenzung und Diskriminierung, Aufruf zu Gewalt und Abschottung wurde er zum Sprachrohr einer dumpfen Masse, die für eine Gesellschaft steht, in der es keine Solidarität, keinen Platz für die Schwachen und die Andersdenken, die Schutzsuchenden und die Mitfühlenden gibt. Es ist eine kalte Welt, die dem Dogma des Überlebens des Stärkeren folgt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

es ist an der Zeit, sich offen gegen dieses neuen Nationalismus zu stellen. Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie will immer wieder hart erarbeitet und erkämpft werden.

Wir alle stehen heute hier, weil wir der Überzeugung sind, dass Gewalt und Krieg gerade nicht die Mittel sind. Wir gedenken denen, die Opfer von Nationalstaatlichkeit, von Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung geworden sind und täglich werden.

Nächstes Jahr sind auch in Deutschland Wahlen. Wir wählen den wir Bundestag.

Meine Damen und Herren,

Wir können uns keine weitere Denkzettel-Wahl leisten. Wir laufen Gefahr, auch hier in Deutschland einem neuen Nationalismus die Bühne zu bereiten.

Ich habe zuletzt oft die Unterscheidung gehört zwischen „die Politiker“ auf der einen Seite und „das Volk“ auf der anderen Seite. Bitte denken Sie daran: Es gibt diese Unterscheidung nicht. Wir alle sind immer Teil des Ganzen und wir alle stehen für diese Demokratie. Ich kann Ihnen versichern, wir, Ihre Vertreter, sind ein sehr repräsentativer Durchschnitt der Bevölkerung. Und in unserer Mitte ist kein Platz für den braunen Pöbel und nationalstaatliches Gedankengut.

Meine Damen und Herren,

bitte werben Sie in den nächsten Monaten für diese unsere Demokratie und unsere Werteordnung. Wenden Sie sich gegen die Lüge, Verleumdung und offenen Hass. Lassen Sie nicht zu, dass in wenigen Jahren und Momenten das zerstört wird, was wir alle so lange und mühsam aufgebaut haben.

Wir gedenken heute der Toten und Opfer, die in gutem Glauben ihr Leben und ihre Gesundheit für ihr Land gelassen haben. Wir gedenken ihnen auch in dem Bewusstsein, dass der errungene Frieden und unsere Freiheit ein nicht selbstverständliches, aber ein hohes Gut ist. Und es ist unsere Aufgabe heute, diese zu verteidigen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.