Nokia-Schließung: Muss das System geändert werden?

16. Juni 2012 | Wirtschaftspolitik

Geht das Vernichten von Arbeitsplätzen weiter? Evo-Bus baut scheinbar verträglich ab. Trotzdem: es fallen Arbeitsplätze weg. Iveco löst nach mehrmaligem Ansagen die Sparte Lkw in Ulm auf, Nokia folgt, obwohl vor kurzem noch von Ausbau die Rede war.

Wer ist der Nächste? Vielleicht die Solarbranche? Schlagartig sind etwa 2400 Arbeitsplätze weg. Dazu noch Tausende von Arbeitsplätze bei Schlecker. Alles Zahlen, hinter denen Menschen und Familien stehen. Was nützt der günstigste Hauskredit ohne das dafür erforderliche Einkommen. Kommt nun nach schon utopisch angehobenen Immobilienpreisen die Immobilienblase auch bei uns zum Platzen, wenn Eigenheime wieder verkauft werden müssen? Auch die Kaufkraft in unserer Region wird sinken und somit rollt der Ball der Verunsicherung weiter und wieder geraten Arbeitsplätze im Einzelhandel in Gefahr. Sind die geplanten Einkaufsmeilen noch vertretbar, wenn die Kaufkraft wegbricht?

Fragen über Fragen. Zumindest sollten die Gutachten darüber der Realität angepasst werden, was wohl zu einem anderen Ergebnis in Sachen Einzelhandelsfläche führen wird. Hier stellt sich die grundsätzliche Frage: Muss nicht nur eine Umstellung im Bereich der Energiegewinnung erfolgen, sondern auch im Bereich unseres Wirtschaftssystems? Ist Wachsen um des Wachsens willen beziehungsweise um die Konkurrenz zu eliminieren und allzu oft unter Außerachtlassen der Menschlichkeit (kein Mindestlohn zum Überleben, keine Rente zum Leben), des Respektes vor der Umwelt und Natur noch zeitgemäß?

Das ist hohe Politik, die wir hier nicht lösen können, was aber grundsätzlich eine Diskussionsrunde wert wäre, zur Ergänzung der Berichterstattung.

Alfred Westermayer
Leserbrief in der Samstagsausgabe der Südwest Presse

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