Historischer Verein Neu-Ulm - Mit stolzer Bilanz ins 1. Programmhalbjahr 2012

10. Januar 2012 | Kulturpolitik

Durchaus mit Stolz zieht der Historische Verein Neu-Ulm die Bilanz zum Jubiläumsjahr, „2011 - 200 Jahre Neu-Ulm“. 5 Veranstaltungen mit hochkarätigen Referenten, ein Besucherstrom, teilweise bis an die Grenze der Saalkapazität, und rund 25 Prozent Mitgliederzuwachs. „Wir haben uns völlig neue Personenkreise erschlossen“, sagt Vorsitzender Ulrich Seitz. „Den erhöhten finanziellen Aufwand haben Mitglieder- und Besucherspenden ausgeglichen.“ Die Entdeckung zum Jubiläumsjahr aber bleibt der Gründervater von Neu-Ulm Karl Ernst von Gravenreuth, dem der Vortrag vom 15. November gewidmet war. „Seine Person und sein Wirken für Neu-Ulm wird weiter im Focus bleiben.“

Neues wird gewagt am 7. Februar. Drei Schülerinnen und Schüler des Lessing-Gymnasiums Neu-Ulm stellen ihre Facharbeiten aus dem Seminar, „Geschichte der Stadt Neu-Ulm“, in illustrierten Kurzvorträgen vor. In Zusammenarbeit mit der Schule und dem Stadtarchiv Neu-Ulm bietet der Historische Verein so Plattform für junge Leute, die sich für das Befassen mit lokaler Geschichte entschieden haben, mit bemerkenswerten Ergebnissen.

Nadja von Nitzsch, Holzschwang, spricht über „Die Römer-Villa“. Ausgehend von den Personen, des Neu-Ulmer Fabrikanten Hans Römer und seines beauftragten Architekten Hugo Häring, beleuchtet die Referentin die wechselvolle Bau- und Nutzungsgeschichte des Baudenkmals und stellt das frühe Werk Härings an Hand alter Fotos von innen und außen vor.

Sarah Sot, Neu-Ulm, beleuchtet die „Frauen in der Weimarer Republik - am Beispiel der Anna Pfänder“ Die Referentin stellt Ziele der Frauenbewegung(en) im 19. Jahrhundert und ihre Rollenmodelle, Frauenbilder des Kaiserreichs und der Weimarer Republik vor. Wie sah es aber in der „Provinz“ aus? Welche Möglichkeiten und Einschränkungen gab es für beruflich und politisch engagierte Frauen in Neu-Ulm? Am Beispiel der Lehrerin Anna Pfänder, einer der ersten drei Frauen im Neu-Ulmer Stadtrat, soll dieser Frage nachgegangen werden.

Michael Sieben, Pfuhl, unternimmt den Versuch, „ Das Wirtschaftswunder in Neu-Ulm – am Beispiel der Firma Kässbohrer“, darzustellen. Wie war es möglich, dass sich aus der Neu-Ulmer Trümmerlandschaft von 1945 innerhalb weniger Jahre ein starker Wirtschaftsstandort entwickelt hat? Der Referent gibt einen Überblick über die Faktoren, die dazu beitrugen und belegt die Attraktivität der Stadt an den zahlreichen Unternehmensgründungen und Neuansiedlungen in den 1950ern. Zu diesen zählte auch die der Firma Kässbohrer, die mit der Erfindung des SETRA-Busses zu weltweiter Bedeutung gelangt ist.

Prof. Dr. Albert Haug, Neu-Ulm, führt dann am 20. März populär-wissenschaftlich in die Infrastruktur-Geschichte Ulm/Neu-Ulms ein. „Kanalisation – was schon im alten Rom Standard war“, lautet sein Vortrag. Beginnend mit dem Stand römischer Wasser- (Abwasser-) technik zeichnet Dr. Haug, emeritierter Professor an der Hochschule Ulm, in Wort und Bild die Entwicklung der Abwasserentsorgung von den Anfängen im frühen Ulm bis in den Alltag der Doppelstadt populär-wissenschaftlich nach. Was uns selbstverständlich erscheint, weitgehend im Verborgenen stattfindet, belegt den Zwang zum Fortschritt und spiegelt den Erfolg örtlicher Daseinsvorsorge über die Jahrhunderte wider. Die Kanalisation - eine Einrichtung, die jeder täglich nutzt und die ständig im Bau ist - wartet darauf, entdeckt zu werden.

Die Veranstaltungen finden im Saal der Musikschule der Stadt Neu-Ulm, Gartenstraße 13, statt; Beginn:19.30 Uhr. Der Eintritt bleibt traditionell frei.

Ulrich Seitz

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